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4.Tag Großglockner

 | Montag der 27.06.2011 | von Zell am See nach Heiligenblut | 52km | Ø 15,4 km/h | Höhenmeter: 1586m steigend + 1380m fallend | nachts 9°C, tagsüber 30°C | max. Höhe 2504m | max 25% hoch - max 30% runter |

 

 
   
 

Beginn der Auffahrt

Auf der Großglocknerstraße

 
Die von Bruck im Salzachtal (47.27983312.825058) nach Heiligenblut im Mölltal führende Straße ist 47,8 km lang und überquert den Alpenhauptkamm.

Im Fuscher Tal verläuft die Straße über die Ortschaft Fusch an der Glocknerstraße zur Mautstation Ferleiten (1.151 m ü. A.,. Dort steigt sie über die Station Piffkar (1.633 m ü. A., ) und vorbei an der Blockhalde Hexenküche auf das Obere Naßfeld (Wilfried-Haslauer-Haus, 2.268 m ü. A., und auf das Fuscher Törl (2.428 m ü. A., zwischen dem Fuschertal und dem Raurisertal in vielen Serpentinen an. Beim Fuscher Törl zweigt die etwa 2 km lange Panoramastraße Edelweißspitze (2.580 m ü. A., Straße bis 2.572 m,  ab.

Danach fällt die Straße zur Fuscherlacke (2.261 m ü. A., ab und durchtunnelt das Mittertörl (2.375 m ü. A.; Tunnelhöhe 2.335 m ü. A., wo bei Wegscheid das Seidlwinkeltal in die Rauris abfällt. Ein weiterer Tunnel überquert am Hochtor (2.576 m ü. A.; Tunnelhöhe 2.506 m ü. A.,die salzburgisch-kärntnerische Grenze und die Wasserscheide Salzach (Inn)/Drau.

Von der Hauptstraße führt schon weit im Mölltal die Gletscherstraße weg auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2.369 m ü. A., am Pasterzengletscher mit Blick auf Großglockner, während die Glocknerstraße selbst auf 1.291 m ü. A. die Ortschaft Heiligenblut erreicht (Mauthaus Heiligenblut= 1.691 m ü. A.. Auf Kärntner Seite liegen das Wallackhaus und das Glocknerhaus an der Straße.

 
Morgens

Rainer Platte - erst Mittags los...

Erst ein Stück Tal, dann ging es zur Maustelle hinauf. Vorher haben Rainer und ich schon getrennt, da er bereits im 1. Gang fuhr und meinte das könnte etwas länger dauern. Ich sollte oben warten - wie gehabt. Sonst anrufen, wenn es Probleme gibt.
An der Mautstelle traf ich eine Pärchen aus Hamburg. Sie war schon etwas erschöpft. Das lag hauptsächlich daran, dass die Beiden keine kleinen Kettenblätter an ihren Räder hatten. Das dritte und kleinste Kettenrad sollte
man schon haben, wenn man in die Berge fährt. Dann ist ein Übersetzung von bis zu 1/1 möglich. Ich benötigte das Kettenrad ab 9% Steigung, mit Anhänger. Der Mann aus Hamburg Rahlstedt überholte mich auf der halben Strecke trotzdem. Es scheint auch so zu gehen macht aber keinen Spaß.
Es sind insgesamt 30km bis zum Hochtor. Leider gibt es auf dem gesamten Weg nach oben kein Straßenstück, die weniger Steigung als 12% hat.
Es geht unerbittlich bergauf. Bei km 18 war mein Blutzucker so weit abgesackt. dass ist eine Pause machen musste. Essen und Trinken brachten mich mit neuer Energie wieder auf die Hochalpenstrasse.
2km weiter gab es einen Kiosk mit Souvenir-Laden. Die Kassiererin meinte, es wären noch 10 harte Kilometer nach oben. Vorher war ich mir im Zweifel, ob ich es schaffen würde. Ich dachte, vielleicht kommt der Postbus &Link& ja vorbei und nimmt mich mit. Aber nun wusste ich, dass ich diese paar Kilometer noch schaffen würde.
Mit vielen kleinen Verschnaufpausen ging es immer ein bisschen weiter.
Ein Motorradfahrer hielt plötzlich neben mir an, als ich in einer Haltebuch pausierte. Wir sprachen über andere Pässe, die wir wir schon gefahren sind. Über dies und das und das, was auf diesem Pass noch vor uns liegt.
 

Abends

Aber erstmal mussten wir dorthin kommen. Es fehlten noch ein paar Kilometer bis zum höchsten Punk der Straße - das Hochtor.
Um dort hin zu kommen, ging es ca. hundert Höhenmeter herunter - schade, denn die, und ein paar mehr mussten wir noch fahren.
Erst dann ging es bergab. Der Weg herunter ist steil - genauso, wie herauf. In wenigen Minuten ist der Geschwindigkeitsrausch vorbei,
dann geht es schon wieder bergauf. Es folgen zwei Tunnels, die aber nicht besonders lang sind (ca. 100m). Vor dem ersten Tunnel sind noch ein paar Serpentinen zu fahren. Dort treffe ich den Motorradfahrer wieder. Auf dem Edelweißspitze gibt es auch Zimmer zu mieten.
Seine Freunde und er aus (Kennzeichen KH) haben dort ein Quartier gefunden. Vorher waren sie auf der Franz-Josefs-Höhe. Dort ist der Berg Großglockner end auch mal zu sehen. Hier gibt es auch eine Gletscher. "Pasterzengletscher" heißt er. Der Kradfahrer war wohl extra alleine noch mal zurückgefahren, um mit mir noch einmal zu sprechen. Sehr nett von ihm! Wir wünschten uns noch einen schönen Urlaub und verabschiedeten uns.
Endlich hatten wir den ersten Tunnel erreicht. Rainer war vor mir dort und wartete. Wir hatten nämlich vereinbart - niemals allein durch Tunnels fahren.
(Zwei Radfahrer sehen Auto- und Motorradfahrer eher als einen). Außerdem war mein Rücklicht verdeckt durch die Kühltasche. Deshalb fuhr Rainer immer hinter mir. Es wurde langsam kühler, da wir schon einige Zeit im Schatten fuhren. Die Serpentinen vor dem zweiten Tunnel gaben mir den Rest.
Endlich oben angekommen machten wir Halt - hier schien noch etwas Sonne. Durch den Tunnel donnerten ein paar Motorräder.
Meine Beine waren am Ende. Die Krämpfe kamen in immer kürzeren Abständen. Vor dem zweiten Tunnel machten wir noch kurz Halt. Auf der anderen Seite befindet sich das Hochtor (2504m). Zwei Schweizer Frauen machten Fotos von uns. Hier ist ein Bergpanorama zu sehen, was neu war. Schließlich befanden wir uns auf der anderen Seite der Alpen.
Es war kalt. Ich fror. Extra die lange Hose rausholen hatte ich keine Lust.
Hoffentlich hatte die Tankstelle in Heiligenblut noch geöffnet. Mittlerweile war es 20:00Uhr geworden.
Es ging, bis ein paar kurze Anstiege, nur noch bergab. An der Mautstelle sahen wir zum ersten Mal, dass die Überfahrt nicht ganz billig ist.
19€ für Motorräder und 29€ für Autos. Um 21:15Uhr werden die Letzen auf die Hochalpenstraße gelassen. Dann ist Feierabend bis morgens um 6:00Uhr.

 

Mittags

Langsam kroch eine etwas ungewöhnliches Gefährt die Serpentinen hinauf. Es war ein Behinderter, der nur mit den Armen diesen Weg fuhr. Als Querschnittsgelähmter bleibt ihm natürlich nichts anders übrig.
Er hielt neben uns an. Ich bot ihm Magnesium an. Er meinte, dass es auch so geht.
Hannes aus dem Ruhrgebiet traf ich noch öfters. Wir waren ungefähr gleich schnell - äh, langsam. Et was vor der Edelweißwand kam er hinter mir an.
Er bekam von mir einen Flasche mit kaltem Bergquellwasser, die ich dort befüllte.
Diese Flasche bekam ich von einem Autofahrer geschenkt. Er kam aus Wien und hatte ein Presseschild am Wagen.
Im Wagen wäre genug zu trinken. Er erzählte von einem Radrennfahrer, der gewettet hatte, das er die Großglocknerstraße schnelle herunterfahren könnte, als ein Formel 1 Rennwagen. Kaum zu glauben, aber nicht
von der Hand zu weisen. Leider ist mir der Name des Radfahrers entfallen. Inzwischen soll er gestorben sein.

Nachts

An der Stichstraße zur St.-Josefs-Höhe machte Rainer von mir eine Videoaufnahme.
In Heligenblut angekommen war eine Tankstelle auf Anhieb nicht zu finden. Erst, als wir bis zum unteren Teil des Ortes fuhren, fanden wir sie.
Sie hatte geschlossen! Neben der Tankstelle - praktisch, auf dem gleichen Gelände, befindet sich ein Imbiss. Dieser hatte noch geöffnet.
Ca. fünf junge Leute hatten sich dort zum Feierabend getroffen. Die Wirtin meinte, dass sie ein paar Packtaschen für Rainer hätte.
So viel Freude in Rainers Gesicht kann man kaum beschreiben. Er war glücklich und ich auch. Wir aßen jeder ein Sandwich und tranken ein Bier.
Der Campingplatz war genau gegenüber auf der anderen Straßenseite. So nahm der Tag noch ein gutes Ende.

Wir fuhren einfach auf den Platz und suchten uns den nächsten Standort für unser Zelt, welcher an dem Waschräumen war. Es war schon fast dunkel,
als der Campingplatzbetreiber zu uns kam. Herr Schmidl fragte, ob wir Brötchen morgen früh haben möchten. Das kam uns gut gelegen.

 

 

Nachmittags

Die Edelweißspitze ist der höchste Punkt dieser Straße. Eine Sackgasse geht von Fuschertröl nach oben. Dort soll es eine schöne Aussicht geben. Das Ankommen von Rainer war auch noch nicht in Aussicht.
In der Gaststätte kaufte ich mir ein Eis und ging zu Fuß den Trampelpfad hinauf. Ich hoffte auf ein Auto oder Motorrad, welches auch gerade dort hinauffahren wollte. Leider kam Keines.
Als ich auf halber Höhe war, sah ich Rainer oder jedenfalls jemanden der sein Rad schob. Irgendwie sah das nicht so aus, wie ich ihn kannte. Vielleicht täuschte ich mich auch und er war es gar nicht. Auf die Entfernung war er und sein Rad nicht so genau zu erkennen. Ich hob meinen Arm und winkte ihm zu. Er schaute auf die Straße. Ich ging den Wanderweg wieder hinunter, um mich bemerkbar zu machen. Es könnte auch sein,
dass er weiter fuhr und wir uns verpassten. Auf den Handy-Anruf reagierte er nicht. Nach mehrmaligen Winken sah er mich. Ich hatte meine grün-gelbe Jacke an, die auch kaum zu übersehen ist. Als ich naher kam bemerkte ich, dass er sein gesamtes Gepäck nicht mehr am Rad hatte.
Außerdem trug er eine komische Mütze und keinen Helm. Warum keinen Helm? Gibt es eine noch gefährlichere Straße, als diese?
Ich weiß es bis heute nicht. Auf mein Nachfragen erklärte er mir, dass sein Gepäck, inklusive unseres Zeltes, schon in Heiligenblut wäre. Er hätte ein polnisches Ehepaar angesprochen, die aber leider kein Deutsch verstehen konnten.
Mit gebrochenen Englisch hätten sie sich darauf verstanden, dass das Gepäck an der ersten Tankstelle in Heligenblut abgegeben werden würde.
So viel Gottvertrauen hätte ich zu völlig fremden Menschen nicht gehabt! Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht so genau, ob wir heute Nacht ein Dach, bzw. eine Zeltplane über dem Kopf haben. Die Plane war nämlich auch in den Taschen. Rainer hätte noch nicht einmal eine Isomatte und einen Schlafsack.
 

 

Der Name Heiligenblut rührt der Legende nach von einem Fläschchen mit dem Blut Christi her, welches Briccius (auch Briktius, Brictius) (lat. Friedrich), ein dänischer Prinz, der hier um 914 auf dem Rückweg von Konstantinopel von einer Lawine verschüttet wurde, in die Wade habe einwachsen lassen, um es vor Räubern zu schützen. Aus den Schneemassen, unter denen er begraben wurde, seien drei Ähren herausgewachsen, wodurch sein Leichnam und die Blutreliquie aufgefunden wurden. Als einige Bauern ihn begraben wollten, habe sich ein Bein störrisch geweigert, unter der Erde zu bleiben. Als man der Sache auf den Grund ging, fand man das Fläschchen, das seither im Sakramentshaus der 1460 bis 1491 erbauten Pfarrkirche des Hl. Vinzenz aufbewahrt wird.

Quelle Wikipedia

Wappen Heiligenblut

Höhe 1288m

1.185 Einwohner

Das gespaltene Wappen zeigt vorne die Wallfahrtskirche vor der stilisierten Bergkulisse des Großglockners, hinten symbolisieren drei Weizenähren und die Ampulle mit dem Blut Christi, von dem ein Heiligenschein ausgeht, die Bricciuslegende.

Die Hochgebirgsregion um Heiligenblut entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts zunächst zum klassischen Sommerfrischenort und ab den 1930er Jahren zur zweisaisonalen Tourismusregion. Maßgeblichen Anteil daran hat die 1935 eröffnete Großglockner-Hochalpenstraße, deren südlicher Ausgangspunkt Heiligenblut ist.

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