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Dolomitentour Tag 4 - Brennerpass (ca. 1200m hoch)
Fr 15.08. |
2014 |
Akt. Höhe |
917m |
Fahrstrecke |
121km |
Tageshöhe |
4612m |
Max. Höhe |
1319m Brennerpass |
7:59 Fahrzeit |
15,17 Durchs. Geschw. |
Max. Geschw. 49km/h |
Morgens Um 8:00 Uhr war ich startklar. Es ging den ausgeschilderten Radweg den Inn in Flies Richtung entlang. Geplante Etappe war den Brenner hinauf zu fahren. Es ging noch ein ganzes Stück weiter als nur den Pass, sollte sich nachher herausstellen. Von Haming ist der ist der Radweg perfekt ausgeschildert. Der Inn ist in ständiger Sichtweite und Hörweite. Nach einiger Zeit wird der Autofreie Weg aber doch etwas langweilig. Bei Telfs kommen größere Straßen und sogar die Autobahn zum anfassen nah an den Radweg. Bald erreiche ich Innsbruck. Dort ist Markt, dachte ich zuerst. Heute ist doch in Österreich und Bayern ein Feiertag, nämlich MARIÄ HIMMELFAHRT. Wie kann da Markt sein. Irgend Jemand hatte die verrückte Idee den Hamburger Fischmarkt nach Innsbruck zu bringen. Ich kaufte mit Original Hamburger Bratkartoffeln. Für den Aufstieg, der noch folgen sollte, benötigte ich etwas Kalorienreiches. Es fing wieder an zu regnen.
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Nachmittags Ich wollte auf jeden Fall weiter. Meine Reise war dazu da, um fahren - nicht zu rasten. Die Steigung wurde flacher. Christina lachte schon wieder. Meine Sachen waren inzwischen durch nass. Beim nächsten Halt wechselte ich mein Hemd an offener Straße. Ich hatte Kekse dabei und verteilte großzügig. Schokolade hebt bekanntlich die Laune. Die Steigung nahm wieder zu. Wir fuhren immer noch auf der Straße. Der Verkehr nahm in den Ortschaften zu. Die Bundesstr. oder wie sie in Österreich heißt, windet sich etwas höher hinauf, als die Autobahn. Deshalb hatten wir einen schönen Blick auf die Brenner-Autobahnbrücke.
Oben angekommen, befindet sich ein Einkaufzentrum. Wir schauten uns etwas um, tranken Kaffee, benutzen die Toilette und fuhren weiter. Nun gibt es plötzlich einen Radweg - wir waren in Italien. Der Weg ist perfekt ausgebaut und wurde auf einer ehemaligen Bahntrasse errichtet. Diese führte uns weg von der Hauptstr. Richtung Westen. Wenig Gefälle, wie das bei Bahntrassen üblich ist.
In Sterzing wollten die Beiden nun endgültig ein Quartier aufsuchen. Der Campingplatz war noch einige Kilometer entfernt. |
Mittags
Ein kleines Stück ging
es noch am Inn entlang, dann machte ich eine 90 ° Schlenker Richtung
Süden. Irgendwo wird schon ein Hinweis auf den Brenner kommen. Weit
gefehlt. Es gab nur Hinweise für die Autobahnzubringer. An einer
Ampel stand ich mit einem jungen Mann zusammen. Er kannte den Weg
und meinte ich müsste zur Europabrücke. An einem Kreisverkehr
unterhalb der Autobahn war ich sehr unsicher wo es weiter geht. Ab
hier gingen alle Straßen Richtung Süden bergauf. Autofahrer zu
fragen war aussichtslos. Hier war keine Möglichkeit anzuhalten. Auf
die Gefahr hin auf einen Autobahnzubringer zu landen, nahm ich die
Straße, die mir am wahrscheinlichsten schien. Sie führte erstmal
Richtung Westen. Das war genau richtig. Einen Radweg gibt es hier
nicht! Der nächste Ort heißt Patsch. Es ging mit 12% bergauf. In
einer Kehre hätte man einen schönen Ausblick gehabt, wenn es nicht
geregnet hätte. Dort standen zwei Gestalten, die mein Schicksal mit
mir teilen sollten. Es waren Hannes und Christina, die gerade mit
dem Nachtzug aus Hamburg gekommen waren. Was für ein Zufall. Sind es
nur Hamburger, die bei so einem Wetter versuchen den Brennerpass mit
dem Fahrrad zu überqueren? Christina war schon nicht mehr so
zuversichtlich, dass sie heute noch weit kommen würde. Ich war
motiviert und hatte ein Ziel. Mit 1200m war dieser Pass harmlos. Ich
hatte schon ganz andere überquert - allerdings bei besserem Wetter.
Wir quälten uns gemeinsam weiter die Steigung hinauf. Ich dachte,
wenn das so weiter geht, kann es nicht mehr weit bis zum Brenner
sein. An einem Hotel füllten wir unsere Wasservorräte auf. Die
Beiden wollten nur noch bis zum nächsten Ort fahren. |
Abends In einem Dorf (Franzensfeste) machte ich den Vorschlag, nachdem Christina die weiße Fahne hochhielt (Sie konnte nicht mehr), bei einem Bauernhof zu fragen. Die Beiden gingen auf meine Vorschlag ein und setzen ihn gleich in die Tat um. Dieser Hof sah sehr ordentlich aus. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass der Bauer sofort zusagte. Er sprach Deutsch und bot uns gleich eine Waschgelegenheit in der Melkhalle an. Dort befand sich sogar eine Dusche! Ich war total begeistert. Er kam nachher noch einmal wieder und kündigte für den Morgen Kaffee und Semmeln an - Wahnsinn. Ein schöner Abschluss des verregneten Tages. Vor der Halle kochten wir unsere Nudeln - das Standard Campingessen. Neben dem Wohnhaus stellten wir unsere Zelte auf. |
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